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Struktur und Funktionieren von Psychotherapie - Eine psychologische Analyse (W. Mikus)
Leseprobe
Wir können in der Psychotherapie eine psychologische Profession sehen, die sich als Umsetzung eines neuen Verständnisses von Psyche in den letzten 100 Jahren entwickelt hat. Angeregt durch die Erfolge in den Naturwissenschaften hatte sich die menschliche Neugier zu Beginn des 20sten Jahrhunderts jetzt auch der Dinge angenommen, die bis dahin unter Stichworten wie Seele, Psyche, Charakter oder Persönlichkeit untergebracht waren oder auch unter solchen Begriffen wie die Wahrnehmung, der Wille, das Gefühl und der Verstand. Es entstand eine neue Wissenschaft, die bereit war, dem Seelischen eine eigene Natur zuzubilligen. Dabei entwickelte sich ein Bild vom Seelischen, das tatsächlich eine eigene Natur zu entdecken und herauszustellen begann. Die psychischen Zusammenhänge zeigen uns, dass sie eigenen Gesetzen folgen, Gesetzen, die sich nicht einfach aus der Biologie, oder Physiologie ableiten. Die neue Wissenschaft hatte die Eigengesetzlichkeit des Seelischen zu ihrem Gegenstand gemacht. ... Artikel als PDF-File hier lesbar (schließen)
Psychologe auf Bewährung - Zum Problem des Psychologe-Seins im Strafvollzug (G. Heinz)
Leseprobe
Gefängnisse sind Orte der Verbannung und als solche eine Erfindung der Kultur. Die Kultur antwortet damit auf das Problem der Delinquenz. In älterer Zeit wurden Gefängnisse (Kerker) dazu verwendet, delinquente Menschen so lange festzuhalten, bis sie ihre Strafe bekamen. In jüngerer Zeit (seit 200 Jahren etwa) ist die Einsperrung dagegen selbst zum Mittel der Strafe geworden (Freiheitsstrafe). Die Einsperrung bedeutet eine Aussperrung aus der Gesellschaft. Mit ihr erhofft sie sich Schutz und Sicherheit. Gleichzeitig beinhaltet die Aussperrung aber auch eine Herabsetzung und Ächtung des Delinquenten. In allerjüngster Zeit ist man nun auch bestrebt, durch geeignete sozialpsychologische Behandlungen eine gesellschaftliche Integration des Delinquenten herzustellen, und man spricht von einer „Resozialisierung“ und Wiedereingliederung. Dieses Bemühen findet aber, wie der normale Strafvollzug ebenfalls, hinter An-staltsmauern statt oder in ähnlich abgeschirmten Wohngemeinschaften (Therapieeinrichtungen). Man darf sich fragen, ob unter solchen Be-dingungen, bei denen der normale Lebensalltag so gründlich ausgeschaltet bzw. „kaltgemacht“ wird (Domke, 2001), eine entsprechende Entwicklung (Re-sozialisierung) überhaupt stattfinden kann. ... Artikel als PDF-File hier lesbar (schließen)
Vom Mythos der Existenzgründung - Überlegungen aus der Perspektive eines Coaches (C. Teigelkamp)
Leseprobe
Bei den Coachings, die ich anbiete, geht es oft um die Unterstützung von Selbstständigen und solchen, die dabei sind, sich selbstständig zu machen. Durch einen Vortrag, den ich in einem Seminar vor Existenzgründern halten sollte, stellte sich mir vor kurzem noch einmal ganz konkret die Frage: Welche Probleme tauchen bei einer Existenzgründung auf? Ich wollte dieser Frage aus psychologischer und speziell aus bildanalytischer Sicht einmal nachgehen. Lässt sich Selbstständigkeit gründen? Zunächst musste ich bei meinen Über-legungen feststellen, dass nicht nur der so genannte Existenzgründer eine Existenz gründet. Jeder Mensch macht das, wenn er einen Beruf erlernt und darin arbeitet. Er entscheidet sich im Laufe seiner Entwicklung für eine Ausbildung und für einen Ar-beitsbereich und lässt sich dann darauf ein, um sich über einen monatlichen Verdienst seine wirtschaftliche Existenz zu sichern. In diesem Sinne sind wir alle Existenzgründer. Wenn wir allerdings im täglichen Sprachgebrauch von einer Existenzgründung und ihren Problemen sprechen, dann meinen wir eigentlich immer eine besondere Form, nämlich die Gründung einer selbstständigen Existenz. ... Artikel als PDF-File hier lesbar (schließen)
Die Psychoanalyse der Zukunft der Psychoanalyse - Beitrag aus der Fachzeitschrift "Forum der Psychoanalyse (M.B. Buchholz)
Leseprobe
Die Geschichte der Psychoanalyse ist immer von besorgten Blicken um ihre Zukunft begleitet gewesen. Von Zeit zu Zeit erscheinen Bücher mit den entsprechenden Titeln, 1975 hieß der Band mit Beiträgen von Kohut „Die Zukunft der Psychoanalyse”, und dieser Titel wird 20 Jahre später in einem Band von Cremerius wiederholt. Ihre Zukunft hat durchaus Geschichte. Zukunftssorgen begleiten obstinat ihre Entwicklung. Besorgt warnten schon Ferenczi und Rank 1924 vor „Fehlentwicklungen”, und diese Diagnose steigert sich dann. Edelson (1989) sieht eine tiefgreifende Krise und, schlimmer noch, Robert Holt (1992) und neuerdings Thomä (1999) sehen gar ein theoretisches Chaos. Die Frage ist dann, kann man einen Blickwinkel finden, von dem aus das Chaos als Kosmos erscheint? ... Artikel als PDF-File hier lesbar (schließen)
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