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Bildanalytisches Denken - Ein psychologisches Konzept und seine Bedeutung für Psychotherapie und Beratung (Werner Mikus / Nr1)
Leseprobe
Was ich Ihnen vortragen möchte, steht stellvertretend für eine ganze Reihe theoretischer Setzungen, die ich nicht alle in diesem Vortrag entfalten kann. Es geht um ein neues Denken in der Psychologie. Zur Darstellung bringen will ich dieses Denken nun von einem bestimmten Ansatzpunkt aus, und der ist das "Bildverstehen". Bildverstehen ist unser Name für das Seelische. Lassen wir uns für eine kurze Zeit hier einmal darauf ein, das Psychische auf eine ungewöhnliche Weise zu betrachten. Und damit keine unnötigen Verwirrungen entstehen: Ich gebrauche die Worte immer in ihrer allgemeinsten Bedeutung. Andernfalls mache ich es durch den Zusammenhang oder über zusätzliche Erläuterungen eindeutig. Wenn ich also hier einmal vom Psychischen und ein anderes Mal vom Seelischen spreche, dann meine ich in beiden Fällen das gleiche. 1. Bildverstehen, ein neuer Begriff von Psyche. Mit einer bildanalytischen Psychologie - und so nennen wir unsere Art zu denken - lösen wir uns von dem traditionellen Seelenbegriff. Wir schaffen uns dabei einen neuen und erweiterten. Psyche, so legen wir fest, ist für uns alles, wovon wir sagen können, daß es sich nach Art eines Bildes versteht. Die Seele ist für uns nämlich das "Bildhafte-sich-Verstehen" gleich welchen Zusammenhangs. Kurz: das jeweils gegebene "Bildverstehen". ... Artikel 'Bildanalytisches Denken' (PDF-Download) (schließen)
Der interne Coach - Das Experiment eines Klassenlehrers (Johannes Sturm / Nr2)
Leseprobe
Die Vorgeschichte Seit drei Jahren betreue ich als Klassenlehrer eine Klasse einer Gesamtschule mit Unterricht in Deutsch, Religion und Geschichte. Die Gruppe besteht aus 16 Schülern und 15 Schülerinnen im Alter von 13 bis 14 Jahren. Nachdem wir die ersten zwei Jahre in einem kleinen Zweitgebäude der Schule verbracht hatten, zog die Klasse vor einiger Zeit in das Hauptgebäude um. Vor dem Umzug hatten wir besprochen, wie wichtig in der neuen Situation der Zusammenhalt der Klasse sein würde, um als ‚Neulinge in der großen Schule’ bestehen zu können. Doch bereits nach wenigen Wochen bot sich ein anderes Bild: Bedingt u.a. durch neue Schüler in der Klasse bzw. durch unterschiedliche Entwicklungsfortschritte war eine deutliche Kluft innerhalb der Gruppe zu spüren. Auf der einen Seite standen die ‚Coolen’, die sich auch körperlich z.T. erheblich weiterentwickelt hatten, auf der anderen Seite die eher Ängstlichen und Unscheinbaren. Letztere wurden zunehmend gehänselt, heruntergemacht, teilweise auch belästigt und beleidigt. Hinter den Aktionen stand meist die Botschaft: Du bist nichts wert, du bist meiner nicht würdig. Die Missachtung manifestierte sich insbesondere in Form eines lauten Quäkens, mit welchem Fehler und unerwartete Äußerungen von Schülern bedacht wurden. Mit diesem Geräusch wurden insbesondere die Beiträge der weniger Durchsetzungsfähigen kommentiert. Immer mehr beklagten sich nicht nur diese Schüler über die zunehmend negative Atmosphäre in der Klasse. Viele Schüler äußerten im Blick auf die anstehende Klassenfahrt Unbehagen und Unlust, eine Schülerin dachte sogar über einen Schulwechsel nach. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt in der Ausbildung zum Psychosozialberater/Entwicklungstherapeuten befand, kam mir die Idee, meine Klasse als Fall für einen entwicklungstherapeutischen Prozess zu nehmen. Das Ziel sollte sein, dass wir uns bis zur Klassenfahrt Zeit füreinander nehmen sollten, umin einer wöchentlich eingerichteten Klassenstunde an dem deutlich gewordenen Problem des negativen Umgangs miteinander zu arbeiten. ... Artikel 'Der interne Coach' (PDF-Download) (schließen)
Plädoyer für einen Entwicklungstherapeutischen Fachverband (Werner Mikus / Nr1)
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Seit einiger Zeit schon beschäftige ich mich mit dem Vorhaben der Gründung eines Fachverbandes für Entwicklungstherapie. In Zusammenarbeit mit den engagierten Mitgliedern des Psychosozialen Forums entwickeln sich die Ideen diesbezüglich weiter, und wir denken, diese Gründung in nächster Zeit Erfolg versprechend durchführen zu können. ... Zum formalen Stand der Dinge Das Psychosoziale Forum hat in den letzten Jahren bereits eine Psychotherapieförderung entwickelt und als Modell erprobt. In Zukunft möchten wir dieses System allgemein zugänglich machen. Organisatorisch sind hierzu noch eine Reihe von Vorbereitungen zu treffen. Die Inanspruchnahme der Förderung setzt nämlich voraus, dass der durchführende Psychotherapeut oder Berater Mitglied in dem noch zu gründenden Fachverband ist. Dieser Fachverband soll die Interessen der heilkundeunabhängigen Psychotherapeuten und Berater vertreten und auf eine entwicklungsorientiert psychotherapeutische Berufsethik verpflichten. Artikel 'Plädoyer für einen entwicklungstherapeutischen Fachverband' (PDF-Download) (schließen)
Aus eigener Erfahrung - Reflexionen zu Entwicklung (Bärbel Altwicker / Nr1)
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Worum es mir geht Wer zu uns in die Beratung kommt, will meist zu einem Veränderungsprozess ermutigt und mit seinen Problemen erkannt und verstanden werden. Deshalb ist es wichtig, in ausreichender Weise Probleme mit Entwicklung selbst einmal gespürt und erfahren zu haben. Aus diesem Grund gibt es ja auch die Eigenanalyse in allen tiefenpsychologisch ausgerichteten Ausbildungen. Der Veränderungsprozess, den ein Ausbildungskandidat im Laufe seiner Weiterbildung durchmacht, erstreckt sich nicht selten über mehrere Jahre. Es geht hierbei um das Erlernen theoretischer Dinge, Selbsterfahrungen in den Einzel- und Gruppensitzungen und um die eigene Fallarbeit unter Supervision. Es geht aber auch noch um eine Reihe anderer Dinge, die in einem etwas weiteren Umfeld zu den Ausbildungsangeboten stehen. Über einen Veränderungsprozess, der besonders die im Berufsfeld gemachten Erfahrungen und Probleme einbezieht, möchte ich hier einmal aus eigener Sicht berichten. ... Artikel 'Aus eigener Erfahrung' (PDF-Download) (schließen)
Vom Mythos der Existenzgründung - Überlegungen aus der Perspektive eines Coaches (Cornelia Teigelkamp / Nr3)
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Bei den Coachings, die ich anbiete, geht es oft um die Unterstützung von Selbstständigen und solchen, die dabei sind, sich selbstständig zu machen. Durch einen Vortrag, den ich in einem Seminar vor Existenzgründern halten sollte, stellte sich mir vor kurzem noch einmal ganz konkret die Frage: Welche Probleme tauchen bei einer Existenzgründung auf? Ich wollte dieser Frage aus psychologischer und speziell aus bildanalytischer Sicht einmal nachgehen. Lässt sich Selbstständigkeit gründen? Zunächst musste ich bei meinen Über-legungen feststellen, dass nicht nur der so genannte Existenzgründer eine Existenz gründet. Jeder Mensch macht das, wenn er einen Beruf erlernt und darin arbeitet. Er entscheidet sich im Laufe seiner Entwicklung für eine Ausbildung und für einen Ar-beitsbereich und lässt sich dann darauf ein, um sich über einen monatlichen Verdienst seine wirtschaftliche Existenz zu sichern. In diesem Sinne sind wir alle Existenzgründer. Wenn wir allerdings im täglichen Sprachgebrauch von einer Existenzgründung und ihren Problemen sprechen, dann meinen wir eigentlich immer eine besondere Form, nämlich die Gründung einer selbstständigen Existenz. Artikel 'Vom Mythos der Existenzgründung' (PDF-Download) (schließen)
Mit vertrauten Bildern brechen - Kurzportrait der PSF-Vorsitzenden Karin Fischer (Markus Buschkotte / Nr1)
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Was ich bislang über Frau Fischer wusste, hatte ich der Homepage des PSF im Internet entnommen. Ich wollte sie einmal persönlich kennenlernen und so verabredete ich mich mit ihr zu einem Interview für die neue Fachzeitschrift. Karin Fischer ist 60 Jahre alt, lebt in Köln und ist Mutter von drei erwachsenen Kindern. Beruflich ist sie als Beraterin und Ärztin bei Pro Familia angestellt und arbeitet ehrenamtlich seit etwa 15 Jahren im Vorstand des Psychosozialen Forums. Ich frage sie zunächst nach ihrem beruflichen Werdegang. Nach dem Studium, so Frau Fischer, habe sie sehr bald gemerkt, dass das Leben einer Ärztin im Krankenhaus nicht das ist, was sie sich unter diesem Beruf vorgestellt hatte. Da war vor allem die Art der Patientenbetreuung, welche unter dem vorherrschenden Zeitdruck alles andere als eine echte Betreuung darstellt. ... Artikel 'Mit vertrauten Bildern brechen - Kurzportrait' (PDF-Download) (schließen)
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